M2M in der Wirtschaft: Der Wachstumstreiber

Weltweit bereits über 100 Millionen Geräte miteinander verbunden

Der automatisierte Informationsfluss von Maschinen zu Rechnern – kurz M2M genannt – gewinnt immer mehr an Bedeutung. Davon profitieren auch die Betreiber von Mobilfunknetzen. 2010 gab es in Deutschland schon über vier Millionen M2M-Sim-Karten, weltweit waren 114 Millionen Geräte miteinander verbunden. Ein Ende des Aufwärtstrends ist nicht absehbar – Experten rechnen mit 100 Milliarden unterschiedlicher Geräte, die man an Netze anbinden kann.

Branche mit starkem Wachstum

„Konservative Prognosen gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren das durchschnittliche jährliche Wachstum bei rund 25 Prozent liegen wird. Andere Branchen wären schon über 2,5 Prozent glücklich“ sagt Georg Steimel, der Vorsitzende der M2M Alliance. Die M2M Alliance ist ein Branchenverband, in dem sich Anbieter und Kunden von M2M-Produkten zusammengeschlossen haben.

Sie informiert über die neuesten Entwicklungen im Bereich des automatisierten Daten- und Informationsaustauschs zwischen Maschinen und richtet einmal jährlich den M2M Summit aus, auf dem die neusten Trends und die Möglichkeiten von M2M vermittelt werden in Vorträgen, Erfahrungsberichten, in Workshops oder Entwicklerforen.

Die Staatengemeinschaft unterstützt neue M2M-Anwendungen

Weltweit wird eine Verdreifachung der M2M-Anwendungen bis 2015 erwartet. „Die Gründe für das aktuelle Wachstum sind vielfältig: Zum einen hat die Politik das Potenzial der Technologie erkannt und fördert sie vielfältig“ so schreibt Dominikus Hierl, Vertriebschef bei „Telit Wireless Solutions“, einem italienischen Produzenten von M2M-Funkmodemen in einem Beitrag für die Zeitschrift „Funkschau“.

An Beispielen für diese Förderung mangelt es nicht, M2M-Anwendungen dringen so aus dem Industriebereich zügig auf einen Massenmarkt vor: Der von der Europäischen Union geforderte automatische Notruf bei schwereren Autounfällen, der sogenannte eCall ist ein Beispiel für staatlich vorgegebene M2M-Anwendungen im Massenmarkt. In den entwickelten Industriestaaten gibt es einen weltweiten Trend, intelligente Stromzähler einzuführen, der in den jeweiligen Staaten unterschiedlich stark gestützt wird – in Großbritannien will man bis 2020 alle Haushalte mit intelligenten Strom- und Gaszählern ausstatten, in Deutschland müssen solche Zähler nur bei Neubauten oder Totalsanierungen eingerichtet werden.

Solche staatlich verordneten M2M-Anwendungen werden in der Regel in den Medien und von den Bürgern begrüßt: Im Fall des automatischen Notrufs helfen Sie Menschenleben zu retten, bei den intelligenten Stromnetzen sorgen sie für einen sparsamen Umgang mit der Energie.

Technische Weiterentwicklung treibt den Markt

Der Markt wird auch angetrieben, durch die Entwicklungen immer neuer Techniken im Bereich der Datenübertragung. Da sind erstens einmal die Geräte zur Datenübertragung, die so genannten Funkmodems. Sie werden immer kleiner und bieten immer mehr Möglichkeiten. Der automatische Notruf bei Autounfällen ist nur möglich, weil es Geräte gibt, die nicht nur wenig Platz beim Einbau wegnehmen, sondern die mindestens so langlebig sind wie ein Automobil und denen die vergleichsweise extremen Temperaturschwankungen, denen das Fahrzeug ausgesetzt sind, nichts anhaben.

Zweitens werden  die Datenfunk-Verbindungen immer schneller und immer zuverlässiger. Heute gibt es in Deutschland eine weitgehend flächendeckende Versorgung mit Datenfunk in GSM-Netzen – also GPRS und EDGE – was für viele M2M-Verbindungen schon ausreicht. Dazu kommen neue und immer schnellere Netze wie die zunehmend mit HSPA+ ausgebauten Netze oder die neue Funktechnik LTE.

Gerade bei Anwendungen in der Wirtschaft – sei es nun Industrie oder Dienstleistungen – stößt M2M allerdings an eine Grenze. Es gibt standardisierte Dienstleistungen von der Stange, wie beispielsweise der automatische Notruf oder der intelligente Stromzähler, die können in einem Massenmarkt jedem Kunden in der gleichen Form angeboten werden.

Doch dies wird im Bereich Wirtschaft eher die Ausnahme bleiben – die Mehrzahl der M2M-Anwendungen wird hier immer eine Dienstleistung sein, die auf den Anwender zugeschnitten ist.

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