Alpbacher Technologietage 2019

Experten diskutierten zwei Tage lang über Potenzial, Grenzen und Gefahren von KI

Die Technologietage standen in diesem Jahr unter dem Motto „Künstliche Intelligenz und Sicherheit“. Experten aus aller Welt diskutierten zwei Tage lang über Potenzial, Grenzen und Gefahren von KI.

Chancen und Risiken von KI

Franz Fischler, President des European Forum Alpbach - Quelle: European Forum Alpbach / Andrei Pungovschi

Das Europäische Forum Alpbach in Niederösterreich organisiert jährlich die sogenannten Technologiegespräche. In diesem Jahr stand der Kongress unter dem Motto „Künstliche Intelligenz und Sicherheit“. Experten und Studenten aus allen Teilen Europas diskutierten zwei Tage lang über Chancen und Risiken von KI für die Menschheit. Während KI-Systeme einerseits großes Potenzial insbesondere in den Bereichen Medizin, Bild- und Datenanalysen versprechen, sehen viele Menschen sie andererseits als Bedrohung. Hier gebe es eindeutig Handlungsbedarf, die Gesellschaft müsse diese bestehenden Unsicherheiten überwinden, mahnte der Präsident des Europäischen Forschungsrates, Jean-Pierre Bourguignon anlässlich der Eröffnung der Alpbacher Technologietage.

Brennpunkt Cybersicherheit

Ganz unbegründet ist die Unsicherheit vieler Menschen jedoch nicht, die Vernetzung des Alltags durch KI-Systeme bringt neben zahlreichen Erleichterungen auch Gefahren mit sich. So werden durch KI-Systeme Cyberangriffe leichter möglich. Online-Sicherheit sei das größte Risiko unserer Zeit, betonte die Repräsentantin des US-amerikanischen Technologieunternehmens Synack, Anne-Marie Chunn Witt: Aktuell seien 19 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden, die Zahl wachse stetig und es werde immer schwieriger, Cybersicherheit zu gewährleisten. Effektive Abwehrsysteme und Schutzmechanismen könnten langfristig nur durch eine Zusammenarbeit von menschlichen und künstlichen Akteuren, also durch eine Mensch-Maschinen-Kooperation entwickelt und betrieben werden.

Europa sollte seine KI-Forschung stärker fördern

Sepp Hochreiter, ein KI-Pionier und Leiter des Instituts für Machine Learning an der Johannes-Kepler-Universität (JKU) in Linz verwies auf die Tatsache, dass viele KI-Entwicklungen aus Europa kamen. So wurde beispielsweise eine der Grundlagen für KI-Systeme 1991 von Hochreiter und Jürgen Schmidhuber entwickelt: die Long Short Term Memory (LSTM) Sprach-Ein- und Ausgabe ist heute in jedem Handy verbaut und wird von Technologiekonzernen wie Google, Apple, Amazon oder Facebook verwendet. „Europäische Forscher helfen internationalen Unternehmen, reich zu werden“, kommentierte Hochreiter sarkastisch, „vielleicht sollte man das ändern: wir sollten unsere Stärke nicht an China oder das Silicon Valley verlieren“. Um das KI-Wissen weiter auszubauen und den Nachwuchs zu fördern, bietet die JKU ab diesem Jahr erstmals ein Bachelor- und Masterprogramm für künstliche Intelligenz mit dem Fokus auf Deep Learning an.

Zurück

Über uns

Das Redaktionsteam informiert über neueste Trends in der M2M-Kommunikation und dem Internet der Dinge (internet of things). Dabei werden Hintergründe, Entwicklungen und Perspektiven der gesamten M2M- & IOT-Branche näher beleuchtet.

Informa­tionen

Impressum

Datenschutz