Ratgeber Near Field Communication

Near Field Communication, kurz NFC bezeichnet eine Technik, bei der Daten über eine sehr kurze Strecke übertragen werden. Dabei wird ein Chip eingesetzt, der auf bestimmten Objekten befestigt wird.

Der Chip enthält kurz gesagt eine kleine Funkstation samt dazugehöriger Antenne, die auf Anfrage bestimmte Daten überträgt. Diese Daten werden von einem Lesegerät ausgelesen.

Die Technik ist derzeit vor allen Dingen durch das Bezahlen mit dem Handy bekannt. Doch Experten meinen, dass sie weitaus umfassender eingesetzt werden kann – beim Einkauf im Supermarkt, im Gesundheitswesen oder im Tourismus.

Bezahlen per Handy: So funktioniert NFC

Beim Bezahlen per Handy wird auf dem Mobiltelefon ein eigener Chip installiert, der auf Anfrage durch ein Lesegerät – beispielsweise einen Kassenautomaten – über Zahlungsberechtigung oder Zahlungsfähigkeit des Kunden Auskunft gibt.

Das funktioniert also nach dem gleichen Prinzip wie eine EC-Karte. Mit einem Unterschied: Wenn ich eine EC-Karte benutze, werden die Daten per Kabelverbindung vom zentralen Infosystem  meiner Bank abgefragt, beim Bezahlen mit dem Handy werden die entsprechenden Daten mit dem NFC-Chip per Nahfunktechnik übermittelt.

NFC in der Gegenwart

In großen Handelsunternehmen werden solche kleinen NFC-Funkstationen schon lange eingesetzt, sie sind hier unter der Bezeichnung RFID-Etiketten bekannt. Diese Etiketten kennen Sie vom Kleiderkauf in größeren Kaufhäusern, dort werden sie beispielsweise zur Diebstahlsicherung eingesetzt. Hat man die Ware gekauft, wirft man die Chips meistens achtlos weg – sie haben die Form eines Etiketts oder Aufklebers auf denen hauchdünne kleine Metallleitungen zu sehen sind, meist in Form eines Rechtecks.

Diese Etiketten informieren nicht nur das hauseigene Alarmsystem wenn die Ware ohne Bezahlung herausgetragen wird, sie können auch Informationen wie Zeit der Lieferung oder andere Details zur Ware enthalten, die von in den Handelsunternehmen installierten Lesegeräten ausgelesen werden. Auch die Diebstahlsicherung durch die Schranken am Ausgang des Kaufhauses ist nichts anderes als ein Lesegerät, das Informationen ausliest – in diesem Fall die Information, dass diese Ware nicht bezahlt wurde.

Derzeit wird solche Technik eingesetzt beispielsweise bei der berührungslosen Kontrolle von Eintrittskarten, um Autos bei der Maut zu erfassen oder – ganz fies – in den USA bei der  Registrierung von Schülern und Studenten im Unterricht.

NFC in der Zukunft

Wenn man Smartphones so aufrüstet, dass sie aus solchen RFID-Etiketten Informationen auslesen können, ergeben sich eine Fülle von neuen Möglichkeiten, so meint Charlie Purser vom RFID-Hersteller Winckel in einem Beitrag für die Zeitschrift „Funkschau“. Weil die kleinen Etiketten ohnehin schon auf vielen Waren kleben, könnte man dem Kunden dann auch gleich  Informationen zu den Waren anbieten – beispielswiese dazu, ob das Lebensmittel nun aus deutschen Landen frisch auf den Tisch kommt, oder ob es eine Reise um den halben Erdball gemacht hat.  Man könnte per Funketikett prüfen, ob man wirklich ein Markenprodukt kauft oder eine billige Nachahmung, man könnte auch die Umweltverträglichkeit eines Produktes dokumentieren.

Auf dem Plakat für ein Konzert könnte ein Chip integriert werden, der gleich Eintrittskarten dafür verkauft und diese auf dem Smartphone speichert – zum Vorzeigen bei der Kontrolle, die natürlich ebenfalls drahtlos per Nah-Funk funktioniert.

Andere mögliche Anwendungen sind interaktive Karten für Touristen, die zu einzelnen Plätzen Infos über eine Sehenswürdigkeit bereitstellen oder über nahe gelegene Restaurants oder Cafés – natürlich in der jeweiligen Sprache des Besuchers. Mit solch einem interaktiven Stadtplan kann sich – so die Vision – ein Deutscher ohne Kenntnis der Landessprache oder der Schrift auch in Peking oder Tokyo frei und selbständig bewegen.