14.10.2014

Das Internet of Things bekommt ein eigenes Netz

Neben dem WWW entsteht ein zweites Internet – es soll ausschließlich für die Kommunikation von Maschinen genutzt werden. Das sogenannte Internet of Things (IoT) verbindet Milliarden von Objekten miteinander, vom Rauchmelder über Sender für Haustiere bis zu Maschinen in einer Fabrik. In Kalifornien soll Ende des Jahres ein neues Mobilfunknetz nur für IoT gestartet werden.

Reguläre Mobilfunknetze sind bereits ausgelastet

Die bestehenden Mobilfunknetze sind schon durch Telefonate und den Download von Videos voll ausgelastet. Für die Daten aus Milliarden von Objekten ist im Grunde kein Platz mehr. Das französische Unternehmen SigFox hat daher die Nische erschlossen, zusätzliche Hardware auf existierenden Mobilfunk- und Radiomasten zu installieren. Eine Mobilfunk-Basisstation kann in der Stadt einen Umkreis von fünf Kilometern und auf dem Land einen Radius von zehn Kilometern abdecken. Auf Basis der bestehenden Hardware lässt sich so eine neue Drahtlosinfrastruktur aufbauen – ein zweites Internet für die Machine-to-Machine-Kommunikation.

Geringe Bandbreite, günstige Preise

Um an das neue Netz angeschlossen zu werden, braucht ein Gerät einen kompatiblen Chip. Dieser kostet in der Anschaffung etwa einen Euro, die jährlichen Gebühren belaufen sich auf rund 70 Cent pro Gerät. Das neue Netz im Silicon Valley wird auf der Frequenz von 900 Megahertz senden und empfangen, ebenso wie viele Mobilfunknetze. Die Datenübertragungsrate ist mit 100 Bit pro Sekunde allerdings sehr viel niedriger als in regulären Mobilfunknetzen. Dafür erfordert das neue Netz weniger Strom und soll für die zu übertragenden Datenmengen ausreichen. Die neue Technologie soll die Möglichkeit schaffen, unzählige Objekte über das IoT praktikabel und billig mit dem Internet zu verbinden.

Trend IoT-Start ups

Das französische Unternehmen SigFox hat bereits Frankreich, große Teile der Niederlande und Abschnitte von Russland und Spanien mit einem neuen Netz für IoT ausgestattet. Zu den Nutzern gehört unter anderem der französische Versicherer MAAF, der Rauch- und Bewegungsmelder anbietet: die Geräte verständigen Hausbesitzer per SMS, sobald ein Sensor ausgelöst wird oder neue Batterien benötigt. SigFox beginnt seine Nordamerika-Expansion in der Bay Area um San Francisco in der Hoffnung, dort auf besonders viel Interesse zu stoßen. Risikokapitalgeber haben knapp eine dreiviertel Milliarde Euro in IoT-Start-ups gesteckt, berichtete vor kurzem das Marktanalyse-Unternehmen CB Insights.

Autor: FN