Gesundheit & Pflege

Gesundheit und Altenpflege sind zwei Felder, in denen die automatische Kommunikation zwischen Geräten (M2M) Menschen hilft, möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben.

Solche Anwendungen können Privatkunden nutzen oder sie werden von Pflegediensten eingesetzt.

Automatisches Erfassen von wichtigen medizinischen Daten (Temperatur oder Pulsschlag, Blutzuckerwerte oder Blutdruck) und die Weiterleitung an eine zentrale Datenbank, auf die je nach Wunsch Angehörige, Ärzte oder Pfleger zugreifen können, ist Teil solcher M2M-Systeme. Dazu kommen Überwachungsfunktionen für die Wohnung, hier wird geprüft, ob das Licht ausgeschaltet wurde, die Fenster verschlossen sind. Der technische Fachausdruck für solche M2M-Systeme ist der englische Begriff „Ambient assisted living“ zu Deutsch „umgebungsunterstütztes Wohnen“.

Chronisch Kranke werden mobiler

Es gibt einfache Systeme für Menschen die an vergleichsweise häufigen Krankheiten leiden wie Bluthochdruck oder Zucker. Hier werden die Blutdruckdaten oder Zuckerwerte, die der Kranke misst automatisch per Mobilfunk an eine Datenbank weitergeleitet. Auf die kann ein vom Patienten ausgewählter Personenkreis zugreifen. Wird ein kritischer Wert überschritten, gibt das System Alarm, beispielsweise mit einer Nachricht an Arzt oder Angehörige.

Gemessen und automatisch weitergleitet werden können auch andere Werte: Temperatur, Puls, Gewicht, die Werte eines Asthma-Monitors oder eines EKG-Gerätes. Solche Diafnose-Geräte, welche die Daten automatisch weiterleiten, erhöhen die Mobilität von chronisch Kranken – diese müssen nicht mehr so häufig zum Arzt, ein Asthmakranker beispielsweise misst selbst, die Werte werden an den behandelten Mediziner übertragen, der sie an seinem PC anschauen kann.

Schlaue Wohnungen für alte Menschen

Für ältere Menschen, die unter Vergesslichkeit (Demenz oder Alzheimer im Anfangsstadium) leiden, oder einfach gebrechlich sind, wird mit dem Konzept „smart Home“ die Wohnung schlau gemacht; so können sie deutlich länger in der gewohnten Umgebung  verbleiben.

Dafür werden in der Wohnung sogenannte „Umfeldsensoren“ installiert. Die erkennen, wenn es zu viel Rauch in der Wohnung gibt oder zu viel Wasser auf dem Boden, sie zeichnen die Bewegungsmuster auf und dienen so bei nachlassender Aktivität als Frühwarnsystem für eine Krankheit. Mit solchen Systemen kann man –  auch wenn man nicht vor Ort ist – einiges nachprüfen und dann bei Bedarf das Raumklima steuern, Fenster öffnen und schließen, die Haustür per Tastendruck verriegeln oder entriegeln. Die Anwendungen steuert man beispielsweise über einen Tablett-PC, der  auch von alten Menschen bedient werden kann. Der stellt auch Kommunikationskanäle bereit wie Videotelefonate, so kann man sich mit den Verwandten oder Freunden unterhalten, die nicht vor Ort sind.

Der Markt für M2M-Gesundheit

Systeme wie diese sind schon am Markt. In Deutschland arbeitet beispielsweise die Deutsche Telekom zusammen mit der Device Insight GmbH an solchen umfangreichen M2M-Anwendungen; sie werden vertrieben von der in München ansässigen Health Insight Solutions GmbH.

In Österreich bietet der Mobilfunkbetreiber Orange für Bluthochdruck-Patienten und Diabetiker einen Datenübertragungsservice an.